Kaum einer, der deine Hallen betreten hat
in den letzten jahren...
kaum einer, der im vorbeigehen erahnt,
welche schönheit sich hinter der fassade verbirgt.
meine schritte auf altem staub hinterlassen die
einzigen spuren, auf dem kalender sind die
tage längst geschichte, einer noch geteilten stadt,
unserer vergangenheit
morsch ist der boden und still ist es hier,
draußen nur der flügelschlag der raben, die
wache halten...
vergangenheit in jedem raum,
jeder wand,
kleinste details - bis heute verborgen
hier drinnen steht die welt still
und die zeit ist eine andere
ich höre die geräusche von draußen,
menschen die vorbeigehen und immer noch keine
notiz von dir nehmen so auch nicht von mir.
manchmal halte ich den atem an und lausche hinein
in diese stille,
so beruhigend, so schön -
ich möchte bleiben, hier und sonst nirgends
doch muß ich gehen und nichts
werde ich hinterlassen, als meine
spuren im alten staub
mit mühe bricht die sonne ein,
durch fast blinde fenster in kalte räume,
versucht sie zu erwärmen...
wände brechen ihr licht und der staub überall wird
sichtbarer... im schein der einsamen strahlen
tanzen partikel, altes, vergangenes.
Hier kann ich nur bleiben und doch ist es für
diesen moment bestimmt,
nur im jetzt bin ich und kann deine räume betreten,
in diesem moment spüre ich, wie die
zeit steht in dir - in mir
ich bin dankbar dafür, so tief!
Dein Dasein allein macht dich lebendig in deiner
verlassenheit in mir,
du spiegelst mir leben,
obgleich du aus gestein bestehst,
in dir trägst du so viele geschichten, erlebtes.
Könnt ich doch in deiner Zeit sein und bleiben,
wie nichtig wirkt die meinige daneben,
eine der kurzen leben der menschheit...
und so rasen sie, die menschen, an dir vorbei,
kennen nicht diesen friedlichen und stillen Ort,
in dem deren zeit nicht zählt, in der nur
zeit als kraft des daseins bedeutet...
h.a. 29.05.2009
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raumverkleinerung
schmerzen
als wären wände über mir gebrochen
vielleicht sind sie es auch
das dach über mir
schon längst marode
brüchig
erlaubt einen blick
ins finstergrau
die decke kam näher
in all den jahren
vor allem nachts
erdrückend dicht
raumverkleinerung
als seien die wände beweglich
schoben sie mich zusammen
in ein inneres gefängnis
aus dem zu entrinnen
es nicht gelingt
fast ist nur ein cubus noch übrig
der spärliche rest
eines einst so großen raumes
raumverkleinerung
innen und aussen
absehbar
immer noch diese schmerzen
eine frage der zeit
bis alles in sich zusammenstürzt
die Wände flüstern mir Leben,
die Fenster hauchen
durch zerissenes Glas,
kein Schritt wagt sich
vor den Nächsten,
im Knistern des Überrestes,
kalter Stein,
längst nicht mehr benässt,
klebt noch an den Wänden,
ihre Haut in Fetzen,
überall pellt sie sich ab
und verlässt nie ganz
die kalten Wände.
ein Ton....?
ein Lachen...?
scharfes dumpfes reissen
wie in trance stehe ich
habe ich in meinem Kopf keinen platz
so liege ich schleichend
in der horizontalen
windend
doch der schmerz hält einzug
nichts, wie es ist - wenn er kommt
und alles - wenn er geht
beegende wände
fremde fassade
und hinter glas urarltes holz
und raben, die ich verehre
schmackloses am tage
und unruhen in der nacht
machen mich freireißend
stimmen, gerede, monologe
und inhaltlich so dünn,
wie ihr silbernes haar
die schmerzen zogen aus,
bereit wär ich nun zu gehen
doch niemand lässt mich gehen,
auch nicht mein
stiller begleiter...